Auf einen Kaffee… mit Dennis van Ophuysen>

Die Cloud-Technologie hat unsere Arbeitswelt in den letzten Jahren revolutioniert. Und mit den rasanten Fortschritten in der Künstlichen Intelligenz stehen wir vor weiteren bahnbrechenden Veränderungen. Doch wie beeinflussen diese Innovationen die Rolle eines Cloud-Architekten? Und wie können Unternehmen den Wandel erfolgreich meistern?

Bei einem Kaffee habe ich Dennis, einen Experten auf dem Gebiet Cloud, getroffen und ihm fünf Fragen zu seiner Rolle als Cloud Architect, den Herausforderungen für Unternehmen und seiner anstehenden Reise zur Microsoft Ignite 2023 gestellt: 

Mike Wagner (Geschäftsführer) im Gespräch mit Dennis van Ophuysen (Cloud Architect). 

Ich habe Dennis bei einem gemeinsamen Kaffee fünf Fragen zur Arbeit als Cloud Architect und zur Microsoft Ignite 2023 gestellt:

Was begeistert Dich persönlich an der Arbeit als Cloud Architect? 

Ich habe mich schon immer für technische Innovationen begeistert. Aber bei der Cloudtechnologie ist das weit mehr als nur coole Technik. Es geht es um echte Veränderungen und wie wir unsere tägliche Arbeit erledigen und miteinander interagieren. Mich fasziniert das schier endlose Potenzial an Innovationen, das wir in den letzten Jahren bereits erlebt haben und das noch vor uns liegt. Das ist es, was mich wirklich antreibt. 

Schau dir nur einmal Microsoft 365 an – das hat unsere Arbeitswelt in so vielen Facetten verändert und dabei völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Heutzutage können wir von überall aus arbeiten und dennoch als Team nahtlos verbunden bleiben. Das ist eine echte Revolution unserer Arbeitsweise, die noch vor Kurzem nicht denkbar gewesen wäre. Aber das war erst der Startschuss. Mit den aktuellen Fortschritten im Bereich der generativen KI erwarten uns noch wirklich spannende Veränderungen, in denen unsere Produktivität auf ein völlig neues Niveau gehoben wird. Und das gibt uns noch mehr Freiräume für kreative und innovative Aufgaben. 

Außerdem habe ich noch viel mit Microsoft Azure, einer enormen Vielfalt an Diensten, von denen die meisten Kunden die volle Bandbreite gar nicht kennen, zu tun. Azure wird oft auf virtuelle Infrastruktur reduziert – virtuelle Maschinen und Netzwerke, vielleicht ein paar Webserver und Datenbanken. Okay, bleiben wir einmal nur dabei: Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Projekte mit Azure und das breite Grinsen auf meinem Gesicht. In nur wenigen Stunden konnte ich Infrastrukturen aufsetzen, für die ich mit Hardware ganze Wochen gebraucht hätte. Diese Geschwindigkeit und Flexibilität haben mich tief beeindruckt. Aber es geht noch weiter: Mit Azure bieten sich neue Möglichkeiten, Infrastrukturen zu standardisieren und automatisieren. Die klassische, eher reaktive „Helden-IT“ mit tagtäglichen Fehleranalysen und Entstörungen wird reduziert und es bleiben mehr Freiräume für sinnstiftende Arbeit in Projekten zur aktiven Unterstützung von Geschäftsprozessen. 

Wie hat sich die Rolle des Cloud-Architekten in den letzten Jahren verändert und wo siehst Du die Zukunft? 

Werfen wir einen Blick darauf, wie rasant sich die Dienste und Funktionen in der Cloud in den letzten Jahren weiterentwickelt haben: Viele unserer ersten Projekte mit (damals) Office 365 konzentrierten sich noch hauptsächlich auf begrenzte technische Aspekte wie Migrationen zu Exchange Online. Spätestens seit der Einführung von Microsoft Teams sind diese Projekte weitaus komplexer geworden. Und zwar nicht nur aufgrund des breiten, ineinander verzahnten Dienstangebotes in Microsoft 365 einschließlich Geräteverwaltung, Security und Compliance. 

Durch die massiven Auswirkungen auf Arbeitsmethoden und ganze Unternehmenskulturen spielt der Faktor Mensch inzwischen eine Schlüsselrolle in vielen Projekten. Gleichzeitig erwarten Unternehmen von der Digitalisierung echte Mehrwerte für ihre Prozesse. Das erfordert ein ganz anderes Beratungsniveau, einen holistischen Ansatz für Cloudprojekte und eine enge Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich Change Management & Adoption

Vor welchen spezifischen Herausforderungen stehen Unternehmen, wenn sie komplexe Cloud-Architekturen implementieren? 

Die Antwort ist natürlich abhängig vom individuellen Szenario. Neben den bereits erwähnten Auswirkungen auf die Anwenderinnen und Anwender gibt es auch viele technische Fragestellungen – mir fallen hierzu gleich ein paar Beispiele ein: 

Datenmanagement und -migration: Kennst Du den berühmten Dachboden mit Kartons, die man schon seit dem vorletzten Umzug nicht ausgepackt hat, und bei denen man gar nicht mehr weiß, was da überhaupt noch drinsteckt? Ungefähr so sehen viele historisch gewachsene Dateiserver aus. Über die Jahre sind da Unmengen an Daten gesammelt worden. Und nur selten wird entrümpelt. Aber jetzt steht der Umzug in die Cloud an und es müssen Entscheidungen getroffen werden: Was nehmen wir mit? Was können wir wegwerfen oder müssen wir einlagern? Wo soll überhaupt später alles eingeräumt werden? 

Wie organisiert man sich in modernen Cloudspeichern wie SharePoint, Teams oder OneDrive? Gibt es Systeme, die mit modernen Datenablagen gar nicht kompatibel sind? All diese Entscheidungen müssen sorgfältig abgewogen und auch noch unter Berücksichtigung von Datenschutz- und Compliance-Anforderungen beleuchtet werden. 

Anwendungen: Hier sind es oft Fragen der Kompatibilität. Wie sieht der Client aus? Azure Virtual Desktop, Windows 365, Citrix oder doch das Endgerät? Lassen sich die Datenbanken auf Platform as a Service-Dienste umstellen oder sind wir auf klassische SQL-Server angewiesen? 

Hybride Ansätze: Die Frage nach der optimalen Mischung aus Cloud und On-Premises bleibt häufig bestehen. Welche Systeme können komplett in die Cloud migriert werden, welche erfordern einen hybriden Ansatz? Diese Entscheidung kann sich auf Latenzen, Datenaustausch und Performance auswirken. 

Migrationsstrategien: Bei komplexen Infrastrukturen ist ein Big-Bang-Ansatz selten empfehlenswert. Stattdessen müssen Abhängigkeiten und Prioritäten genau analysiert werden, um Systeme schrittweise zu Azure zu migrieren. 

Vorausschauendes Design: Schon früh müssen Entscheidungen getroffen werden, die sich später nicht so einfach ändern lassen. Das beginnt mit so simplen Dingen wie der Auswahl der richtigen Region oder Namenskonventionen, wird aber auch schnell komplex mit einem ganzheitlichen Design von Landing Zones, Netzwerkarchitekturen und Verwaltungsoptionen. 

Modernisierung: Eine reine Lift-and-Shift-Migration führt zu hohen Kosten bei wenig Mehrwerten. Schon im Vorfeld ist zu analysieren, welche Systeme auf PaaS (Platform as a Service) oder SaaS (Software as a Service) umgestellt werden können, um das volle Potenzial der Cloud auszuschöpfen. 

Kostenmanagement: Bei umfangreichen Infrastrukturen gestaltet sich eine präzise Vorhersage der Kosten mitunter herausfordernd. Lokale Systeme sind oftmals eher großzügig dimensioniert – sei es, weil die vorhandene Hardware es ohnehin hergibt oder weil Software-Hersteller gerne übervorsichtige Systemvoraussetzungen nennen. In der Cloud ist aber Ressourcensparsamkeit angesagt. In vielen Fällen ist eine 1:1-Übernahme des Sizings nicht erforderlich. Und wenn dann noch einzelne Komponenten durch alternative Dienste ersetzt werden, steckt doch einiger Aufwand in einer Kostenvorplanung. 

Welchen Tipp bzw. welchen Ratschlag möchtest Du Unternehmen mitgeben, die sich gerade für die ersten Cloud-Lösungen entscheiden?  

Muss es ein Tipp sein? Ich hätte da gleich drei: 

1. Beginnt mit einer klaren Strategie! Warum möchtet ihr in die Cloud? Geht es um eine Innovation und erhoffte Wettbewerbsvorteile oder ist es eher eine Reaktion auf gegebene Notwendigkeiten? Die Motivation entscheidet über die passende Methodik.

2. Betrachtet eure Cloud-Projekte ganzheitlich! Seht nicht nur die einzelnen Tools, sondern wie sie zusammenwirken. Eine bewährte Vorgehensweise ist unsere Workshop-Reihe für Microsoft 365:

  • Envisioning: Hier erhalten Geschäftsführung und Prozessverantwortliche Einblicke in moderne Arbeitsweisen und erhalten Beispiele für Prozessoptimierungen, die sie auf die eigene Unternehmenssituation übertragen können. Die treibende Kraft hinter einem erfolgreichen Cloud-Projekt ist das Geschäft, nicht die Technologie. 
  • Definition Projektinhalte: IT-Leitung und Administratoren schärfen den Funktionsumfang unter Berücksichtigung der Geschäftsführungsvorgaben. 
  • Grobkonzept / Ausarbeitung Teilprojekte: Aufnahme von Kundenforderungen, Ausarbeitung der Zielumgebung und Handlungsempfehlungen in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise. 

3.  Stellt den Menschen in den Mittelpunkt! Die Beratung für nicht-technische Aspekte, also Change Management und Adoption, ist genauso entscheidend. Denn die Einführung neuer Technologien beeinflusst Arbeitsweisen und Unternehmenskultur. Hierbei kommt es darauf an, die Mitarbeitenden auf die Veränderungen vorzubereiten und die Akzeptanz zu fördern.

Als kleiner Ausblick: Du reist im November 2023 zur Microsoft Ignite 2023 nach Seattle. Was erwartest Du von dieser Konferenz und gibt es spezielle Sessions oder Ankündigungen, auf die Du besonders gespannt bist? 

Ich freue mich schon unglaublich darauf! Ich hatte bereits das Vergnügen, an der Microsoft Ignite 2018 in Orlando teilzunehmen und konnte dort hautnah erleben, wie inspirierend und motivierend diese Konferenz sein kann. Die Möglichkeit, live dabei zu sein, persönliche Gespräche mit Microsoft-Mitarbeitenden und anderen Teilnehmenden zu führen sowie sich zu vernetzen, macht die Erfahrung wirklich einzigartig – das lässt sich durch das reine Anschauen von Sessions definitiv nicht ersetzen. 

Für die diesjährige Ignite liegt der Fokus auf Künstlicher Intelligenz, insbesondere Microsoft Copilot. Ich bin gespannt, ob während der Konferenz weitere Details zur Verfügbarkeit von Copilot angekündigt werden, insbesondere auch für mittelständische Unternehmen ohne Enterprise-Agreement. Ebenso hoffe ich darauf, Detailfragen zu klären, die für uns als Partner wichtig sind, um maßgeschneiderte Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln. Regionsspezifische Aspekte, Datenschutz und Sicherheit spielen dabei eine entscheidende Rolle. 

Kurz gesagt – die Microsoft Ignite wird eine fantastische Gelegenheit sein, mein Wissen zu vertiefen und unsere Kunden optimal auf die Entwicklungen in der Cloud vorzubereiten. 

Das klingt wirklich gut. Vielen Dank für deine lebhaften und detaillierten Ausführungen man merkt sofort, wie sehr du für das Thema Cloud brennst und wie viel Spaß dir die Arbeit in diesem Bereich macht. Weiter so! Wir sind schon sehr gespannt, was du alles auf der Microsoft Ignite 2023 für uns und unsere Kundinnen sowie Kunden mitnehmen wirst. 

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