Cyberkriminalität in Deutschland – Ein aktueller Überblick>

Nicht nur gefühlt sind die Fälle von Cyberkriminalität in Deutschland in den letzten Jahren stark angestiegen. Auch die aktuellen Zahlen, die das Bundeskriminalamt (BKA) vor wenigen Tagen mit dem Bundeslagebild Cybercrime 2019 und der Sonderauswertung Cybercrime in der Corona-Krise 2020 veröffentlicht hat, bestätigen diese Entwicklung.

Im Jahr 2019 registrierte die Polizei 100.514 Fälle von Cyberkriminalität in Deutschland, 2018 lag dieser Wert noch bei 87.106. Mit einem Anstieg von über 15% gegenüber dem Vorjahr hat die Anzahl gemeldeter Cybercrime-Vorfälle somit einen neuen Höchststand erreicht. Unklar bleibt, wie hoch die Dunkelziffer in diesem Bereich ist. Eingeschätzt wird diese als „überdurchschnittlich hoch“, da betroffene Personen bzw. Unternehmen häufig keine Anzeige erstatten und dementsprechend auch nicht in die Statistik einbezogen werden können.

Klar ist, dass die Opferzahlen von Jahr zu Jahr immer schneller steigen. 2015 und 2017 wurde beispielsweise jedes zweite Unternehmen Opfer von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage, 2019 waren es dann schon drei von vier Unternehmen.

Der Schaden, der 2019 durch Cyberangriffe verursacht wurde, wird vom Branchenverband Bitkom auf 102,9 Milliarden Euro geschätzt. Im Vorjahr lag die Schadenssumme noch bei 55 Milliarden Euro, sodass annähernd eine Verdopplung stattgefunden hat. Vor allem durch die zunehmende Professionalisierung der Täter sind Unternehmen einer Vielzahl von Cybergefahren ausgesetzt, die sich kontinuierlich weiterentwickeln und stets aktuellen Geschehnissen angepasst werden. Und dabei muss nicht immer das Unternehmen selbst der Eintrittsvektor für eine Cyberattacke sein. Immer häufiger werden von den Kriminellen in einem ersten Schritt auch Partnerunternehmen z. B. aus der Lieferkette kompromittiert, um damit an das eigentliche Hauptziel der Attacke zu gelangen.

Das Thema Cyber-Kriminalität durchdringt die gesamte Gesellschaft. Es zeigt sich immer wieder, dass jeder zur Zielscheibe der höchst anpassungsfähigen Kriminellen werden kann, egal ob in der Rolle als Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder Privatperson. Die COVID-19-Pandemie und das daraus resultierende Social Distancing sorgten beispielsweise für einen intensiveren Gebrauch von Social Media, Streaming-Diensten, E-Mails und Messengern sowie kollaborativen Home-Office-Lösungen – und die Cyberkriminellen nutzten diese Entwicklung schamlos für ihre kriminellen Zwecke aus. Es folgten eine Reihe von gefälschten Websites, bundesweiten Phishing- sowie Malware-Mail-Kampagnen und DDoS-Angriffen. Allen gemeinsam: die aktuelle gesellschaftliche Lage und das Spiel mit der Unsicherheit vieler Unternehmer, die händeringend Corona-Soforthilfe-Maßnahmen benötigten.

Das Lagebild 2019 zeigt insgesamt vier wesentliche Entwicklungen auf:

  • Zunehmende Professionalisierung der Täterseite
  • Steigende Quantität und Qualität von Cyberangriffen
  • Wirtschaftsunternehmen und öffentliche Einrichtungen, die maximalen Gewinn versprechen, stehen im Fokus
  • Erfolgreiche Angriffe dienen als Nährboden für die Szene und erschaffen kriminelle Wertschöpfungsketten

In Anbetracht des stetig wachsenden Bedrohungspotenzials sollten Unternehmen spätestens jetzt ein ausgeklügeltes IT-Sicherheitskonzept entwickeln bzw. dieses auch als kontinuierlichen Prozess pflegen sowie die Sensibilisierung der Mitarbeiter für Cybergefahren vorantreiben und stets auf dem neuesten Stand halten.

Ransomware-Angriffe häufen sich im Mittelstand. Denn Netzwerksicherheit wird unterschätzt – wie unsere Abhängigkeit von Daten. Sind Ihre Unternehmensdaten jederzeit geschützt? Auch für den Fall eines Cyberangriffs? Eine detaillierte Bestandsaufnahme bringt Klarheit.

Lust auf mehr?

Weitere Blogbeiträge

November 2023

BASYS Brinova auf der Microsoft Ignite 2023

Dennis van Ophuysen, unser engagierter Mitarbeiter im Bereich Cloud, hat die Microsoft Ignite 2023 in Seattle besucht. Diese Reise war eine Gelegenheit, die neuesten Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz und Cloud-Technologien aus erster Hand zu erleben.

Mehr erfahren

November 2023

Outsourcing IT-Services: Vorteile und Nachteile

Das Outsourcing von IT-Services bietet sowohl Vorteile als auch Nachteile. Wir zeigen Ihnen für eine bessere Übersicht beide Seiten auf.

Mehr erfahren

November 2023

Rückblick auf den „connexta IT-Security Day“

Am 7. November 2023 fand der connexta IT-Security Day präsentiert von BASYS Brinova statt – ein Cybersecurity-Event, das sich als Fachveranstaltung und Networking-Möglichkeit präsentiert.

Mehr erfahren

Oktober 2023

Change Management vs. Organisationsentwicklung

Change Management und Organisationsentwicklung sind Bestandteile von Veränderungsprozessen. Doch wie unterscheiden sie sich und wie können sie Ihr Unternehmenswachstum fördern?

Mehr erfahren

Oktober 2023

Auf der Hut: Wie Sie Ihr Unternehmen vor Zero-Day-Exploits schützen

Zero-Day-Exploits bedrohen Unternehmen und Einzelpersonen gleichermaßen. Diese Sicherheitslücken können verheerende Auswirkungen haben.

Mehr erfahren

Oktober 2023

Branding und Unternehmensidentität während Veränderungsprozessen

Wie können Branding und Unternehmensidentität während Veränderungsprozessen Ihrer Organisation und Mitarbeitenden Rückhalt geben? Wir klären auf!

Mehr erfahren

Oktober 2023

Warum IT-Dienstleister auch Change-Management-Profis sind

Häufig wird gefragt, warum gerade ein IT-Dienstleister Change Management anbietet. Wir beantworten dies und zeigen Ihnen die unschlagbaren Vorteile!

Mehr erfahren

September 2023

Cloud-Speicher vs. Traditionelles Speichersystem

Was ist ein Cloud-Speicher und wo liegen die Unterschiede zum traditionellen Speichersystem? Welche Vor- und Nachteile müssen Sie kennen, bevor Sie sich für eine Variante entscheiden?

Mehr erfahren